Nur gute Eltern sind brave Eltern

Das ist die Horrorvision der ÖVP: „Wir zahlen nur noch für Kinder, und die Eltern sollen ihre Kinder so früh wie möglich den ganzen Tag in einer staatlichen Einrichtung abgeben, sollen sie in eine Ganztagsschule schicken und auf diese Weise nicht mehr Eltern sein,…“
Diesen schrecklichen Traum schildert ÖVP-Chef Spindelegger in einem „programmatischen“ Kommentar in der Kronen-Zeitung.
Eltern, deren Kinder in Kindergärten oder Ganztagsschulen betreut werden, sind also „Rabeneltern“ im schwarzen Familienbild der Hausmütterchen. Na servas, da spricht der letzte Rest einer einst großen „Volks-„Partei, und der besteht wohl aus Bauern (ja: ohne Bäuerinnen) aus Dörfern unter der 5.000er-Grenze. Ich hab dazu eine Aussendung gemacht. Vielleicht etwas direkt, aber was gesagt gehört, muss gesagt werden…:

Kinderfreunde: VP-Spindlegger hetzt gegen berufstätige Eltern
Utl: Die Österreichischen Kinderfreunde können die Äußerungen des ÖVP-Obmanns nicht nachvollziehen.
„Was Michael Spindlegger in seinem Krone-Gastkommentar schreibt, zeugt entweder von Ahnungslosigkeit oder gezielter Stimmungsmache gegen Eltern“, so Jürgen Wutzlhofer, Bundesgeschäftsführer der Österreichischen Kinderfreunde. Obwohl er sich familienfreundlich gebe und „ideologische Fallseile“ im Ausbau der institutionellen Kinderbetreuung vermute, seien seine Aussagen vor allem ein Angriff auf berufstätige Eltern: „Was ist denn der Kern von Spindleggers Aussagen? Wenn er behauptet, dass Menschen ‚nicht mehr Eltern seien‘, wenn sie Kinderbetreuung in Anspruch nehmen, dann spricht er damit zigtausenden Eltern ihre Elternschaft ab“, wundert sich Wutzlhofer.
Die ÖVP solle endlich ihr antiquiertes Familien- und vor allem Frauenbild einmotten und sich auf eine sachliche Diskussion über moderne Familienpolitik einlassen: „Die ÖVP und ihr Obmann propagieren das Rollenbild eines Hausmütterchens, in dem sie berufstätige Männer und Frauen als Rabeneltern darstellen, die ihre Kinder in Betreuungseinrichtungen abgeben“, so Wutzlhofer. Die Volkspartei verkenne dabei völlig die Tatsache, dass es sich sowohl bei Kindergärten als auch beim Modell der Gesamtschule um bildungspolitische Maßnahmen handelt. „Die Welt der ÖVP ist zu einfach: Kindergärten und Ganztagesbetreuung sind für sie Kinderaufbewahrungsstätten und der Ort, an dem schlechte Eltern ihre Kinder parken. In der Realität sind es jedoch Lernräume und wichtige Bausteine für ein sozial gerechtes Bildungssystem und für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Die ÖVP möge endlich aufwachen und sich in der familienpolitischen Diskussion auf die Seite der Familien und Kinder stellen statt mit Standpunkten aus dem 19. Jahrhundert um sich zu werfen“, so Wutzlhofer abschließend.

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